Ein Jahr Baby“pause“

Ihr Lieben,

Lange Zeit war es still hier, lange Zeit musstet ihr auf Antwort warten und lange Zeit war ich einfach mal „weg“. Warum und wieso, welche Probleme es gab, das erkläre ich euch jetzt.

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Was war los?

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Ich war letztes Jahr noch absolut sicher, dass ich ab Frühjahr 2017 (3 Monate nach der Geburt von Marvin) wieder ganz gut einsteigen kann und euch Termine für Shootings anbieten kann. Nicht jeden Tag, aber regelmäßig zwischen den großen Samstagshochzeiten, bei denen ich im Durchschnitt 9 Stunden +/- an fast jedem Wochenende bin.

Pustekuchen, ich habe die Zeit für die Terminvergabe immer weiter nach hinten aufgeschoben, habe immer länger gebraucht um Mails/ Nachrichten zu beantworten, habe mein Telefon auf lautlos gestellt und habe mich einfach mal nur um meine kleine Familie und mich gekümmert. Ganz anders als vorher gedacht. Und zum größten Teil war das auch eher unterbewusst.

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Es war zu viel im Kopf, ich wollte alles schaffen und dann habe ich mich selbst blockiert

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Ich habe mich abgeschottet und zu viel Druck an mich selbst aufgebaut – es war zu viel im Kopf, zu wenig Zeit auf der Uhr, ich will alles schaffen, es jedem Recht machen, Blogeinträge, Mails, Bildbearbeitung, Posts, Shootings, neue Projekte, Hochzeiten an den Samstagen, Baby, mein Mann, Katzen, Familie, Haushalt, Freunde, Freizeit …..
aber jeder Tag rast an mir vorbei – ich war voll von Stress.
Stress, den ich mir selbst gemacht habe und immer noch mache – weil ich alles schaffen will, aber es nicht gleichzeitig kann. Die Ansprüche an mich selbst sind hoch und das blockiert mich manchmal total, so dass gar nichts funktioniert hier.

Ich habe Zeit gebraucht. Ich habe das auch gar nicht mit Absicht gemacht, vieles lief auch im ersten Moment unterbewusst ab, ich habe lange gebraucht, um es zu realisieren. Ich war erschöpft von einem wundervollen, aber anstrengenden Jahr 2016. Ich war überfordert mit diesem kleinen, extrem schlaflosen Wesen, das NICHT stundenlang tagsüber schläft wie gedacht oder nur guckt und man nebenbei dann gaaaaanz viel schaffen kann. Denn was kann dieses kleine Menschlein großartig wollen, wenn es doch gefüttert, gekuschelt und sauber gemacht wurde? Da kann man doch sicherlich ein paar aufgeteilte Arbeits-Stunden am Tag und Haushalt schaffen, wenn man ein ganz kleines Neugeborenes zuhause hat…. dachte ich. Jetzt weiß ich es besser und ich finde das gar nicht schlimm. Ich liebe diesen kleinen Babymann und ich möchte, dass es ihm gut geht, deswegen gebe ich zu 100% alles, damit alles für ihn passt. Er ist doch erst seit ein paar Monaten hier auf der Welt und lernt jeden Tag etwas Neues, entdeckt die Welt und ich bin für ihn da, um sie ihm zu zeigen.

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Schlafen wenn das Baby schläft? Habe ich bisher zwei Mal geschafft.

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In der Anfangszeit war es besonders schwierig. Sagen wir es mal so…. Zwischendurch war ich froh, dass die Lieferando-App in Coburg funktionierte und ich Sushi beim Asia Inn (so liebe Leute!!) oder auch meine geliebte Pizza Piccolo Spezial bestellen konnte, während mein Mann auf der Arbeit war.
Auch heute ist unser Kleiner – tagsüber und nachts – kein guter Schläfer. Ich habe viele unzählige Wochen Bzw Monate nur 1-2 Stunden Schlaf am Stück bekommen, auch momentan noch, aber einige Nächte sind auch etwas besser, da wacht er nur 2-3 Mal auf.
Da war ich froh, dass ich mich tagsüber wach halten und klar denken konnte. Schlafen wenn das Baby schläft? Habe ich bisher zweimal geschafft. Marvin hat dafür im Kinderwagen ganz gut geschlafen. Aber soll ich mich dann unterwegs neben dem Kinderwagen auf den Feldweg legen? 😬 äh neee… daheim weiterschlafen – keine Chance. Daheim überhaupt schlafen tagsüber? Die Chancen waren sehr gering. Im Arm oder in der Trage hat er geschlafen. Aber natürlich nicht, wenn ich selbst gesessen oder gelegen habe. 😀

Und irgendwann merkst du: ok, meine wunderbare Theorie geht doch nicht auf so auf, wie vorher überlegt.

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Jedes Baby und jede Mama ist anders

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Im Nachhinein dachte ich: ja man kann viele Pläne VOR der Geburt machen. Aber das ist alles nur die Theorie.
Wie es dann kommt, das ist meist ganz anders.
Ich habe mir mehr Zeit genommen als gedacht. Ich schäme mich nicht dafür. Ich kann auch sagen, dass ich es mir leichter vorgestellt habe Baby und Business Woman unter einem Hut zu bekommen. Bei anderen klappt es echt super gut und ich denke es pendelt sich auch irgendwann toll ein.
Sicherlich klappt es jetzt besser – ich versuche abends immer meine Bilder zu bearbeiten – meine lieben Brautpaare mussten bisher so viel Geduld haben, das tut mir so schrecklich leid. Aber es gibt so viele Abende, da schaff ich nichts mehr, da bin ich zu kaputt, dann weint unser Marvin ganz sehr, lässt sich nur von mir beruhigen usw. Und dann ist der Abend gelaufen.
Die Abende, in denen ich bis 24 Uhr arbeiten kann, weil unser Marvin bis mindestens 4uhr früh oder länger schläft, die werden noch kommen.

Jedes Baby und jede Mama ist anders.

Ich habe mir bis heute viel Stress gemacht, viel Druck und ich glaube, dass dadurch vieles nicht so funktioniert hat. Bestimmt rollen einige von euch mit den Augen, wenn ich behaupte, dass ich es einfach nicht geschafft habe mit einem kleinen Baby mein Arbeitsalltag aufrecht zu erhalten, denn es gibt selbstständige Mamas, die schaffen das schließlich mit 2 Kindern. Aber die einen Mamas sind eben schneller und die anderen – zu denen ich momentan gehöre – langsamer.
Ich finde es natürlich schlimm, wenn man auf meine Bilder oder Nachrichten lange warten muss. Aber es wird wieder besser.

Natürlich finden einige, dass man sich das so als Selbsttständige nicht leisten darf und dass man trotz Baby oder Krankheit etc. immer erreichbar sein muss oder immer für den Kunden da sein muss. Immer alle Wünsche erfüllen kann nebenbei. Denn sonst ist der Kunde weg! Aber was bringt mir das, wenn ich selbst nicht mehr weiß wo oben und unten ist? Was bringt es mir, wenn mein kleines Baby bitter weinen muss, wenn er mich grad im ersten Jahr so sehr braucht?
Einige von euch waren/sind bestimmt enttäuscht oder verärgert, weil ich nicht zurückgerufen oder noch nicht bzw zu spät geantwortet habe. Einige andere werden sich denken: anstatt den Text, könnte sie sich die Zeit für ihre Mails nehmen (es ist grad 3 Uhr morgens und das Baby in einem Arm, die andere Hand versucht das Handy zu bedienen, schnell in Evernote ein paar Notizen zu schreiben, die grad in meinem Kopf rumschwirren und die Augen versuchen wach zu bleiben).

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Selbst und ständig? Ja natürlich – sogar gerne, aber nicht zu jedem Preis

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Es gibt Zeiten, da bleibt man selbst komplett auf der Strecke. Oder ist einfach blockiert, kommt nicht mehr weiter und sucht sich selbst. Selbst und ständig? Ja natürlich – sogar gerne, aber nicht (mehr) zu jedem Preis.
Warum schreibe ich das alles…
Es hat sich in diesem Jahr „Auszeit“ keiner direkt beschwert oder ähnliches, ich versuche mich auch nicht zu rechtfertigen. Aber ich wollte einfach nur mal sagen: es ist alles ok ☺️ ich lebe noch. Ich bin dieses Jahr sehr langsam und war dafür in meiner Schwangerschaft und vorher sehr schnell. 😉
Vielen Dank für all eure Nachrichten.
Entschuldigt, dass ihr euch teilweise sogar Sorgen gemacht habt.

Die letzten 10 Monate gingen rasend schnell vorbei. Marvin ist sehr aktiv und lebendig. Er ist ein Sonnenschein und total motiviert. Und wir sind so glücklich ihn bei uns haben zu können. Jede anstrengende Minute macht er mit seinem zuckersüssen Lächeln wieder gut.

Wer sich diesen ganzen Text bis zum Schluss durchgelesen hat, kriegt ein Sternchen auf seiner Fleiß-Liste 😉

Danke für euer Verständnis ❤️

Eure Jess

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PS: Termine für 2018 gibt es ab JETZT. Schreibt mir! Ich freue mich auf euch 🙂

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PSS: 15 große Hochzeiten und 17 weitere Shootings habe ich dieses Jahr geschafft 🙂 Da bin ich trotzdem sehr stolz auf mich.

  • […] habe Ich habe allerdings nur nicht so viel annehmen können – warum und wieso könnt ihr HIER lesen. Auf meine kommenden Brautpaare und Kunden freue ich mich […]ReplyCancel

  • Constanze

    Liebe Jess,

    ich habe natürlich bis zum Schluss gelesen und bin super stolz auf dich! Ich bin nun mit den beiden Kleinen fast jede Woche alleine zuhause. Ich arbeite kaum und bin oft nur mit Kindern und Haushalt am Limit! Du hast die absolut richtige Entscheidung genommen! Nichts ist so wichtig wie die eigene Familie und bei den Kleinen passiert jeden Tag so viel, da sollte man möglichst nichts verpassen! Als Frau, die sich entscheidet Mutter zu sein, soll man so viele Rollen erfüllen: Frau, Mutter, Freundin, Ehefrau, Geliebte, „Karrierefrau“… man kann nicht in allem perfekt sein… mache dich nicht verrückt! Wir drücken dich ganz fest und senden Grüße aus dem Norden! Constanze mit FamilieReplyCancel

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